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Herbstprogramm 2004

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> Symposium "Brüche & Brücken – Exilforschung heute"



Wiener Akademie des Exils

Eine Veranstaltungsreihe der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge) und der Wiener Vorlesungen in Zusammenarbeit mit dem Arnold Schönberg Center
Koordination: Konstantin Kaiser / Sandra Wiesinger–Stock

Das Exil aus Österreich ist Teil unserer Geschichte – aber auch unserer Kultur der Gegenwart. Nicht nur die Erfahrungen der Verfolgung und des Ausgegrenztseins, die tausende Österreicherinnen und Österreicher bei ihrer Vertreibung durch den Nationalsozialismus machen mussten, sind darin eingeflossen, auch die Begegnung mit dem Neuen, Unbekannten, das kreative Potential, das unter größtem Überlebenswillen von den Menschen entwickelt wurde – im beruflichem Fortkommen, im Alltag, in Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Die Wiener Akademie des Exils gibt einen fundierten Überblick über die verschiedensten Exilländer und –kulturen mit den dort stattfindenden Kultur– und Wissenstransfers. Internationale ForscherInnen und ZeitzeugInnen stellen die Lebensbedingungen im Exil anschaulich dar.

Erste Ergebnisse der Akademie–Abende werden in der Zeitschrift Zwischenwelt und in einem späteren Schritt in einem österreichischen Handbuch der Exilforschung veröffentlicht und sollen zu weiteren Forschungen anregen.

Wiener Akademie des Exils – Wissen, Erleben, Mitreden... Wissenschaftliche Vorträge für alle, bei denen Diskussion nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort: Arnold Schönberg Center, Palais Fanto, Schwarzenbergplatz 6 (Eingang Zaunergasse 1), 1030 Wien. Eintritt frei.

Mit Unterstützung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, des Orpheus Trust, der Theodor Kramer Gesellschaft und des Vereins zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur

Gefördert von der Stadt Wien – Kultur/Wissenschafts– und Forschungsförderung und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Herbstprogramm 2004

Wiener Akademie des Exils

Eine Veranstaltungsreihe der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge) und der Wiener Vorlesungen in Zusammenarbeit mit dem Arnold Schönberg Center
Koordination: Sandra Wiesinger–Stock / Konstantin Kaiser

Mittwoch, 13. Oktober 2004, 19.30 Uhr
Exil in Jugoslawien
Moderation: Christine von Kohl, Wien

Gabriele Anderl, Wien
Exil in Jugoslawien
Erwin Köstler, Wien
Die jugoslawische Kriegserfahrung in der österreichischen Exilliteratur
Diskussion

Der Vortrag beleuchtet vor allem die Rolle Jugoslawiens als Transitland für jüdische Flüchtlinge aus Österreich nach 1938. Gemäß den Statistiken des Jüdischen Gemeindeverbandes durchquerten zwischen 1933 und 1941 rund 55.000 Verfolgte aus Deutschland und Österreich das Land. Für viele von ihnen war das damalige Königreich eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Palästina. Ein großer Teil der Betroffenen gelangte illegal über die Grenze — mit Hilfe bezahlter Schlepper. Die Tätigkeit dieser Fluchthilfeorganisation und des bis heute umstrittenden Grazers Josef Schleich werden einer näheren Betrachtung unterzogen. Für einen Teil der Flüchtlinge endete der Weg in die ersehnte Freiheit auf tragische Weise in Jugoslawien. Nach dem deutschen Überfall wurden sie von ihren Verfolgern eingeholt und Opfer des nationalsozialistischen Genozids.

Nachdem festgestellt wurde, welche Bedeutung dem Thema des jugoslawischen Volksbefreiungskampfes für die literarische Rezeption Jugoslawiens in der österreichischen Nachkriegsliteratur generell zukam und wie groß der Anteil der Exilliteratur an dieser Rezeption war, wird ihre Bedeutung als Zeugnis einer beginnenden literarischen Geschichtsbewältigung in Österreich behandelt, die angesichts des ohnehin heiklen Stands des Exilliteraten und der sofort einsetzenden Verdrängung des Themas Widerstand jedoch in mehrfacher Weise exponiert war. Zur Sprache kommen sowohl österreichische Autoren, die im jugoslawischen Exil waren, als auch aus Jugoslawien stammende Autoren, die nach dem Krieg zu prominenten österreichischen Literaten wurden.

Mittwoch, 10. November 2004, 19.30 Uhr
Journalismus im Exil

Moderation: Rubina Möhring, Wien

Fritz Hausjell, Wien
Journalismus im Exil. Nachhaltig zerstörte Kritik?
Georg Stefan Troller, Paris
"...und es gab ein Publikum." Exil–Geschichte(n) für Film und Fernsehen
Diskussion

Ausgehend von der These, dass vor allem die besten Köpfe des österreichischen Journalismus ab 1933/34 und dann 1938 vertrieben wurden, geht Fritz Hausjell der Frage nach, in welchem Umfang und wie nachhaltig die Vertreibung der journalistischen Kritik geschehen ist. Was haben einerseits die Forschung und andererseits die Journalismuspraxis und die Medienpolitik seit 1945 unternommen, um der massenhaften Vertreibung der Intelligenz im Berufsfeld Journalismus gerecht zu werden? Was hingegen wurde versäumt oder verhindert? Neben der Bilanzierung von Befunden der Forschung geht es dabei auch um die Entwicklung des Blicks auf notwenige neue Themen der künftigen wissenschaftlichen und publizistischen Beschäftigung.

Georg Stefan Troller: "Siebzehnjährig, im französischen Internierungslager kurz nach Kriegsausbruch, schrieb ich mein erstes Drehbuch. Natürlich befaßte es sich mit meiner Emigration... die gerade erst begonnen hatte. Danach brauchte ich vierzig Jahre, bis ich wieder über Exilerfahrungen schreiben konnte — warum? Weil kein Publikum dafür da war. Danach schrieb ich u.a. die Drehbücher zu Axel Cortis Filmtrilogie "Wohin und zurück". Es gab ihn... und es gab ein Publikum."

Mittwoch, 24. November 2004, 19.30 Uhr
Tanz im Exil

Moderation: George Jackson, Washington

Andrea Amort, Wien
Tanz im Exil
Magda Brunner–Hoyos, Wien
ZeitzeugInnenbericht
Diskussion

Im Tanz manifestieren sich Einklang und Ausdruck gleichermaßen; wer damit gegen ein totalitäres Regime aufsprang oder in einer rassistischen Ideologie durch Herkunft bzw. Kultur "aus der Reihe tanzte", war mit physischer Verfolgung bedroht und zur Flucht gezwungen. Einen Überblick über den österreichischen Tanz im Exil gibt Andrea Amort zusammen mit dem österreichisch–amerikanischen Tanzhistoriker George Jackson, Washington. Die ehemalige Ausdruckstänzerin Magda Brunner–Hoyos, Jahrgang 1920, berichtet über ihre Flucht mit ihrer Lehrerin Gertrud Bodenwieser und ihr Exil in Kolumbien.

Mittwoch, 26. Jänner 2005, 19.30 Uhr
Philosophie im Exil

Moderation: Konstantin Kaiser, Wien

Friedrich Stadler, Wien
Philosophie im Exil. Wissenstransfer und die Rolle der Vernunft
Kurt Rudolf Fischer, Wien
Shanghai und zurück
Diskussion

Von den zwangsemigrierten PhilosophInnen ist kaum jemand nach Österreich zurückgekehrt. Der gesamte Wiener Kreis wurde und hat sich "amerikanisiert", Wittgenstein und Popper blieben lange Zeit verkannte oder ignorierte Ikonen der "vertriebenen Vernunft", und Feyerabend wurde in diesem Kontext zu Unrecht nicht mehr wahrgenommen. Der philosophische Wissenstransfer hat also sowohl das Auswanderungsland als auch die Einwanderungsländer wesentlich geprägt.

Die wenigen permanenten und temporären Remigranten — unter ihnen Günther Anders oder Jean Amery — haben jedoch Ihre Exilerfahrungen im restaurativen Nachkriegsdiskurs thematisiert und das intellektuelle Leben in der "geistigen Provinz" wesentlich bereichert. Das kann u.a. an der kurzen Phase der Zeitschrift "Erbe und Zukunft" oder am Institut für Wissenschaft und Kunst sowie am Forum Alpbach illustriert werden, während die universitäre Philosophie zwischen Universalismus und Katholizismus dahintümpelte. Erst der Philosophenkongress 1968 stellte ein entscheidendes Ereignis in dieser Kontinuität von 1938 über 1945 bis in die 1950er Jahre dar.


ReferentInnen:

Gabriele Anderl, Dr. phil., Forschungsschwerpunkte: NS–Zeit, Judenverfolgung, Oral History, Exilforschung, v.a. Flucht nach Palästina, Flüchtlingspolitik während der NS–Zeit und in der Zweiten Republik. Zahlreiche Forschungsprojekte und Publ. auf dem Gebiet der Zeitgeschichte, u. a. "Gescheiterte Flucht" mit Walter Manoschek (2001). Käthe–Leichter–Preis 1994. Mitarbeiterin der Historikerkommission der Republik Österreich (Forschungsprojekte "Arisierung" von Mobilien sowie Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung als Beraubungsinstitution.) Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: NS–Kunstraub. Lebt als freie wissenschaftliche Autorin, Forscherin und Journalistin in Wien.

Erwin Köstler, Dr. phil., Übersetzer slowenischer Literatur, Ausstellungskurator, freier Wissenschaftler, lebt in Wien. Träger des Österreichischen Staatspreises für literarische Übersetzer 1999. Übersetzer und Hg. der in Einzelbänden im Klagenfurter Drava Verlag erscheinenden Werkausgabe Ivan Cankar, Übersetzer zeitgenössischer slowenischer Literatur; zahlreiche Publikationen, Vorträge und Lesungen; Mitarbeit an dem vom Inst. für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Klagenfurt in Auftrag gegebenen Forschungsprojekt "Literatur und Widerstand" zur Rezeption des antifaschistischen Widerstands in Kärnten in der slowenischen und deutschen Literatur.

Fritz Hausjell, ao.Univ.Prof. Dr., Kommunikationswissenschaftler an der Univ. Wien. Stud. der Publizistik– u. Kommunikationswiss. sowie Pädagogik in Salzburg u. Wien. Hg. u. Autor mehrerer Bücher: "Journalisten gegen Demokratie oder Faschismus" (1989); "Die Vierte Macht" (1991); "Journalisten für das Reich" (1993); "Vertriebene Wahrheit" (1995); "Journalismus als Kultur" (1998); "Spirale des Schweigens" (2004) sowie Autor zahlr. Aufsätze in wissenschaftl. Sammelbd. und Fachzeitschr., v.a. zu Exiljournalismus, Medien– u. Kommunikationspolitik des Nationalsozialismus, Journalismusentwicklung in der Zweiten Republik, Neonazismus u. Rassismus im medialen Kontext, Behinderung u. Medien sowie Fachgeschichte. Mithg. der Fachzeitschriften Medien & Zeit sowie Rundfunk und Geschichte.

Georg Stefan Troller, Paris: Fernsehjournalist, Filmemacher und (Drehbuch–)Autor. Geb. 1921 in Wien, 1938 Flucht über Prag nach Frankreich, von Casablanca weiter in die USA. Im Exil als Buchbinder tätig, 1943–46 amerik. Soldat, kämpft gegen Nazi–Deutschland. Stud. in L.A. (Anglistik) u. N.Y. (Theaterwiss.). 1949 Rundfunkreporter in Paris, ab 1962 "Pariser Journal" für den WDR, ab 1972 ZDF–Sonderkorresp., siebzig Folgen der Sendereihe "Personenbeschreibung". Zs. mit Axel Corti: "Ein junger Mann aus dem Innviertel – Adolf Hitler" (1975), "Der junge Freud" (1978) u. "Wohin und zurück" (Filmtrilogie, 1982–86). Zahlr. Auszeichnungen und Preise. Sein neues Buch "Dichter und Bohemiens" erzählt von mehreren Jahrhunderten Pariser Literatur– und Kulturgeschichte.

George Jackson (Hans Georg Jakobowicz), 1931 in Wien geb. 1938 Engl., 1940 USA. Stud. an der Univ. Chicago (Ph.D. 1958, Mikrobiologie), Red. der Chicago Review, Ballettunterr. bei Edna L. Baum, Chicago–Korresp. für Ballet Today (London). 1959–1972 an der Rockefeller Univ., N.Y. Beiträge über Tanz für Dance News, Dance Magazine. Seit 1972 in Washington als Mikrobiologe an der Food & Drug Adminstration (FDA) und zuletzt als Dean, College for Food Safety & Applied Nutrition der FDA. Zahlr. Tanz–Beiträge für Washington Star, Washington Post, National Public Radio & Television, London Times Magazine, tanzAffiche und ballettanz. US–Tanzkritiker u. –historiker mit bsd. Österreich–Bezug.

Magda Brunner–Hoyos, geb. 1920 in Wien. 1929/30 Ballettunterr. bei Jan Kawesky, Santiago de Chile. In Wien Unterr. bei Gertrud Bodenwieser, 1935–1937 (mit Abschluss) a. d. Tanzabt. d. Akad. für Musik und Darst. Kunst. Klavierstud. u. Tanzunterr. bei Ellen Tels, Paris. 1938 zurück in Wien, verhalf Bodenwieser zur Flucht nach Südam. Mit ihr und dem Tanzensemble als Solotänzerin nach Bogota, gründete dort 1939 priv. Akad. für künstlerischen Ausdruckstanz. Stud. der Malerei in Kolumbien bei Guillermo Wiedemann, in Wien (nach ihrer Rückkehr 1949) an der Akad. der Bildenden Künste. 1969–1982 Bundesmin. für auswärtige Ang., u.a. an den österr. Botschaften in Bogota und Madrid. Zahlreiche Ausstellungen.

Andrea Amort, Dr.phil. Tanzkrit. (Kurier, Ballettanz, Berlin, tokyo dance magazine etc.) u. –historikerin, Ausst.macherin, Lehrbeauftr. (1992–2003 Brucknerkons. Linz, seit 2004 Kons. Wien). Stud. mod. Tanz u. klass. Ballett bei Erika Gangl u. Andrei Jerschik, Linz u. Theaterwiss. (Univ. Wien). Ausst. "Wiener Tanz im Exil" Österr. Theatermuseum (2000) u. Ltg. d. Akademietheater–Tanzabende ("tanz.at", Wr. Festwochen & ImPuls Tanz). Initiatorin d. Veranst.reihe "Tanz im Exil", Kunstverein Alte Schmiede (seit 1998). Hg. v. "Österreich tanzt – Geschichte und Gegenwart" zs. mit Mimi Wunderer–Gosch (2001) und des Buchs zur Ausst. "Nurejew und Wien. Ein leidenschaftliches Verhältnis" (2003). Mitgl. zahlr. Gremien, v.a. Theaterreform–Jury der Stadt Wien.

Friedrich K. Stadler, ao.Univ.Prof. Mag.phil., Dr.phil., Univ.Doz. f. Wissenschaftsgeschichte und –theorie, Vorst. des Inst. für Zeitgeschichte d. Univ. Wien, Gründer u. wiss. Leiter des Inst. Wiener Kreis, Mitarb. des Ludwig–Boltzmann–Institut für Geschichte u. Gesell. Stud. der Geschichte, Philosophie, Psychologie in Graz and Salzburg. Forschungsprojekte, Konferenzen, Lehrauftr. u. Publ. im Bereich der Kultur– u. Geistesgeschichte, v.a. Philosophie u. Philosophiegeschichte d. 19. u. 20. Jh., Gastprof. u. Lehrauftr. an internat. Univ. (u.a. 1997 Humboldt–Univ. Berlin, 1998 Univ. of Minnesota), wiss. Ltg. zahlr. internat. Symposien u. Ausstellungen, Autor zweier Bücher und von über 60 Artikeln, Hg. u. Mithg zahlr. Publ. u. Buchreihen zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie.

Kurt Rudolf Fischer, B.A., M.A., Ph.D. Geb. 1922 in Wien, 1938 Flucht nach Brünn, ab 1940 Exil in Shanghai; 1949 Übersiedlung nach Berkeley, USA. 1978 Rückkehr nach Wien. Stud. an der St. Johns Univ. (Shanghai), Univ. of California (Berkeley): 1949 B.A., 1952 M.A. (Germanistik), 1964 Ph.D. (Philosophie mit einer Diss. über "Franz Brentano Philosophy of Evidenz"), Univ. Wien.; Psychotherapeut, liz. v. Bundesmin. für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz 1992. Gastprof. u.a. in Berkeley, Chicago, Harvard, Humboldt (Berlin) und Wien. Hauptthemen: Nietzsche, Angloamerikan. Philosophie (in Österreich), Deutsche und Österreichische Philosophie (in den USA).

Veranstaltungsort: Arnold Schönberg Center, Palais Fanto, Schwarzenbergplatz 6 (Eingang Zaunergasse 1), 1030 Wien. Eintritt frei.

Mit Unterstützung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, des Orpheus Trust, der Theodor Kramer Gesellschaft und des Vereins zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur

Gefördert von der Stadt Wien – Kultur/Wissenschafts– und Forschungsförderung und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur



Frauen im Exil
Die weibliche Perspektive

Seminar–Reihe der öge–FrauenAG in Kooperation mit biografiA
Koordination: Siglinde Bolbecher (öge) / Ilse Korotin (biografiA)

Die interdisziplinär zusammengesetzte FrauenAG der öge, die sich die Erforschung der Geschichte des Exils aus Österreich im 20. Jahrhundert und ihre Koordination und Kommunikation in Wissenschaften und Öffentlichkeit zur Aufgabe gemacht hat, befasst sich aus einem feministischen theoretischen Hintergrund heraus speziell mit der frauenspezifischen Situation verfolgter Exilantinnen des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus.

Die Projektinitiative "biografiA – Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen" hat die umfassende historisch–biografische Erfassung österreichischer Frauenpersönlichkeiten zum Ziel. Von Beginn an war es ein Anliegen, der Dokumentation von Verfolgung, Widerstand und Exil einen besonderen Stellenwert beizumessen.

Eine kurze demokratischen Periode, in der Frauen das Wahlrecht und den Zugang zu höherer Bildung erreicht hatten, fand 1934 gewaltsam ihr Ende. Durch die Zäsur 1938 wurden in großem Ausmaß Frauen aus politischen und rassistischen Gründen ausgegrenzt, verfolgt oder ermordet. Der Verlust dieses Potentials und der Bruch in der gesellschaftlichen Entfaltung von Frauen reicht bis in die Gegenwart Österreichs. Im Exil fanden sich Möglichkeiten, konnte unter erkämpften, aber doch freieren Bedingungen gearbeitet und gelebt werden.

Wir fragen nach: Welche beruflichen und intellektuellen Neuorientierungen mussten oder konnten Frauen im Exil bewältigen? Wie reagierten sie auf die extrem frauenfeindliche NS–Herrschaft? Auf welche Weise wurde die Gebrochenheit des eigenen Lebens durch die Erfahrung der Verfolgung und des Verlustes von Familienangehörigen und Freunden verarbeitet? Welche Gründe waren für eine Rückkehr Ausschlag gebend und welche "Fremdheitserfahrungen" waren damit verbunden?

Unter dem Motto "Die weibliche Perspektive" laden wir aus Anlass neu erscheinender Bücher Autorinnen und Zeitzeuginnen ein, um Lebensspuren zu sichern und neueste Ergebnisse der Exilfrauenforschung zu präsentieren und zu diskutieren.

Mit Unerstützung von ARIADNE – frauenspezifische Information und Dokumentation an der Österreichischen Nationalbibliothek

Herbstprogramm 2004

Frauen im Exil
Die weibliche Perspektive

Koordination: Siglinde Bolbecher – FrauenAG der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge); Ilse Korotin – biografiA

Die Vorträge finden jeweils Dienstag, 18.30 Uhr im Saal des Instituts für Wissenschaft und Kunst (IWK), 1090 Wien, Berggasse 17/1 statt. Eintritt frei.

Dienstag, 16. November 2004, 18.30 Uhr
Barbara Holzheu (Wien)

Eine Heimkehr gibt es nicht. Eine biographische Analyse der Remigration Hilde Zaloscers
Moderation: Ilse Korotin

Die 1903 geborene und 2002 in Wien verstorbene Kunsthistorikerin Hilde Zaloscer schildert in ihrer 1988 erschienenen Autobiographie ihr dreifaches Exil und ihre beiden Versuche, nach Wien zu remigrieren. Obwohl sie, ausgezeichnet mit dem Theodor–Körner–Preis, dem Adolf–Schärf–Preis und dem goldenen Doktorat der Universität Wien nach außen hin in die österreichische Scientific Community integriert scheint, betrachtet sie selbst ihre Rückkehr als ein Scheitern. Durch diese Erfahrung ist die nur scheinbar geglückte Rückkehr einer mehrmals vertriebenen Frau einerseits exemplarisch für das Unerwünschtsein vieler RemigrantInnen nach 1945, andererseits für die doppelte Problematik der Remigration einer jüdischen Wissenschafterin.

Barbara Holzheu, Mag. phil. Studium der Geschichte, Zeitgeschichte und Politikwissenschaften an der Universität Wien. Mitarbeit an Forschungsprojekten zu Wissenschaftsexil und Restitution. Diss. am Institut für Zeitgeschichte der Univ. Wien.

Ilse Korotin., Dr. phil. Studium der Philosophie u. Soziologie an der Univ. Wien, Ltg. der "Dokumentationsstelle Frauenforschung" am IWK; biografiA: Konzeption/Koordination; Universitätslektorin. Publ. u.a. zu Frauenbild und Geschlechterverhältnissen im Nationalsozialismus (1992, 2000), Frauenbewegung und Antisemitismus (1994), Wissenschafterinnen in Österreich (2002)

Dienstag, 14. Dezember 2004, 18.30 Uhr
Charlotte Kohn (Wien)

"Luftfrauen. Der Mythos einer jüdischen Frauenidentität" – ein Buchprojekt
Moderation: Evelyn Adunka

Das Buch "Luftfrauen" basiert auf 20 Tiefeninterviews mit jüdischen Frauen zweier Generationen, die über den langwierigen seelischen Genesungsprozess nach der Shoah Aufschluss geben. Daraus ergibt sich einen heterogene weibliche jüdische Identität.

Evelyn Adunka, Dr. phil., Historikerin und Publizistin in Wien. Expertin für jüdische Zeitgeschichte. Red. der "Zwischenwelt". Publ. u.a. über Raub und Restitution jüdischer Bibliotheken und über die österreichische Exilforschung.

Charlotte Kohn, Dr. phil., bildende Künstlerin, Kunsterzieherin, Fotografin und Publizistin. Stud. an der Berufspäd. Bundeslehranst. für Modeentwurf. Architekturdesign–Ausbildung. Ausstellungen seit 1975. 1994–96 Ltg. d. Jüdischen Inst. für Erwachsenenbildung, Wien. Gestalterin von Fernseh–Dokumentationen. Mitglied des österreichischen P.E.N.–Club.

Dienstag, 18. Jänner 2005, 18.30 Uhr
Siglinde Bolbecher / Renate Göllner

Buchpräsentation "Frauen im Exil. Zwischenwelt – 8. Jahrbuch der Theodor–Kramer–Gesellschaft" (hg. v. Siglinde Bolbecher in Zusammenarbeit mit Beate Schmeichel–Falkenberg)
Moderation: Sandra Wiesinger–Stock

Flucht, Vertreibung und Exil wurden zu prototypischen Erfahrungen der Menschen im 20. Jahrhundert. Das vorliegende Buch widmet sich einer marginalisierten Seite der (männlichen) Geschichtsschreibung: der Kreativität von Frauen auf der Flucht vor dem Faschismus und ihrem Selbstbehauptungswillen unter den Bedingungen des Exils. Behandelt werden Lebens–, Bildungs– und Karrierebrüche exilierter Frauen in den USA, Frankreich, Spanien und der Sowjetunion, deren soziale und politische Netzwerke und Verbindungen zur Widerstandsbewegung.

Siglinde Bolbecher, Mag. phil., Historikerin, Literaturwissenschaftlerin u. Exilforscherin. Wiss. Mitarb. d. Dokumentationsarchivs des österr. Widerstandes. Ausstellungen u. Publ. zur Exilkultur u. zur Biobibliographie österr. SchriftstellerInnen im Exil und im Widerstand. Mitbegr. der Theodor Kramer Gesellschaft. Mithg. der Zeitschrift "Zwischenwelt" und des Lexikons österr. Exilliteratur.

Renate Göllner, Dr. Phil., Erziehungswissenschaftlerin. Publ. über Eugenie Schwarzwald (1999), zur Geschichte der Emanzipation jüdischer Frauen und der Psychoanalyse sowie über Exil– und Gegenwarts–Literatur. Aktuelles Buchprojekt: Geschichte der Vertreibung jüdischer Schülerinnen und Schüler aus Wiens Mittelschulen.

Sandra Wiesinger–Stock, Dr. Phil., Exilforscherin, Historikerin und Publizistin in Wien. Publ. u.a. zu Exil– und Frauenforschung, Bildungsforschung und Wissenschaftskommunikation. Kommunikation der Österr. Gesellschaft für Exilforschung (öge). Zusammen mit Erika Weinzierl Hg. der Neuaufl. von "Emanzipation? Frauen in Österreich" (erscheint 2005)

Mit Unterstützung von ARIADNE – frauenspezifische Information und Dokumentation an der ÖNB

Gefördert von der Stadt Wien – MA7 Kultur / Wissenschafts– und Forschungsförderung und von bm:bwk



Lesung Carl Djerassi

Donnerstag, 20. Jänner 2005, 19.00 Uhr
Carl Djerassi: "Ego"

Lesung. Mit einem einführenden Autorengespräch und anschließender Diskussion. Moderation: Konstantin Kaiser

Ein Autor will gerecht beurteilt werden und inszeniert seinen eigenen Tod.

Carl Djerassi, geb. 1923 in Wien, aufgewachsen z.T. in Bulgarien, der Heimat seines Vaters, 1938 Emigration nach Amerika, wo er studiert hat und sich als Naturwissenschaftler, später auch als Mäzen und Kunstsammler einen Namen machte. Lebt heute in Kalifornien. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, autobiographische Veröffentlichungen, Romane und Theaterstücke. EGO. Roman und Theaterstück ist bei Haymon erschienen (2004).

Konstantin Kaiser, Dr. phil., geb. 1947 in Innsbruck. Exilforscher, Literaturwiss., Schriftsteller. öge–Präs. Mitbegr. d. Theodor Kramer Ges. Ausstellungsgest. Lehrauftr. a. d. Univ. Klagenfurt, Innsbruck, Graz. Mithg. d. Zwischenwelt u. d. Buchreihe Antifaschist. Lit. u. Exillit. — Studien u. Texte. Autor, Hg., Mithg. u. Bearb. zahlreicher Bücher. Mitgl. d. GAV. Theodor–Körner–Preis 1985, Förderungspreis d. Wien 1988, Bruno–Kreisky–Preis 2002.

Ort: Österreichische Gesellschaft für Literatur
Palais Wilczek
Herrengasse 5
1010 Wien

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge)
in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und der Theodor Kramer Gesellschaft. Eintritt frei.


Brüche & Brücken – Exilforschung heute

Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge) in Zusammenarbeit mit dem Ludwig–Boltzmann–Institut für Geschichte und Gesellschaft und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Wissenschaftliche Koordination und Organisation: Sandra Wiesinger–Stock in Zusammenarbeit mit Gabriele Anderl advisory board: Konstantin Kaiser / öge–FrauenAG, Ltg. Siglinde Bolbecher / Oliver Rathkolb / Friedrich Stadler / Erika Weinzierl

27. – 29. Oktober 2004

Ort: Aula am Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2–4/Hof 1
Teilnahmegebühr (Tagungsunterlagen, Getränke, Abschlussbuffet): € 33,–/ ermäßigter Preis für öge–Mitglieder: € 24,–.
StudentInnen € 21,–/ mit öge–Mitgliedschaft € 9,–
Anmeldung: Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge)
Tel. +43(1) 923 50 45, Mobil 0699/1923 50 45, swiesingerstock@exilforschung.ac.at, http://www.exilforschung.ac.at

Ehrenschutz: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

WissenschaftlerInnen aller Disziplinen setzen sich auf dem von der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge) initiierten und organisierten, erstmals an der Universität Wien stattfindenden Symposium mit der Bedeutung der Erfahrungen und kreativen Leistungen der unter dem Nationalsozialismus aus Österreich vertriebenen, nun in allen Teilen der Welt lebenden Menschen und ihrer Nachkommen auseinander.

Die Erfahrung des Exils mussten in Österreich im 20. Jahrhundert aufgrund ihrer Herkunft oder Weltanschauung mehr als 135.000 Menschen machen. Welche Brüche und Verluste hatten sie zu erleiden? Welche neuen Impulse haben sie und die Kultur in Österreich andererseits dadurch erhalten? Das Exil ist Teil der österreichischen Geschichte und Gegenwartskultur. Die Unkenntnis der Leistungen und Einflüsse exilierter österreichischer Künstler, Wissenschaftler und Intellektueller (ganz zu schweigen vom Alltag des Exils) zieht sich bislang allerdings nicht nur durch weite Bereiche unserer Gesellschaft, sondern auch der einzelnen Wissenschaften. Eine demokratische österreichische Kultur nach dem Holocaust erfordert daher eine neue Form der Auseinandersetzung mit dem Thema im Rahmen einer systematischen Exilforschung und ihre Öffnung für eine breitere Öffentlichkeit. Die Erforschung des österreichischen Exils ist nicht nur für Österreich selbst von großer Bedeutung, sondern auch für die ExilantInnen und deren Nachkommen: Sie erschließt ihnen Zusammenhänge mit österreichischer Kultur und mit den anderen vom Schicksal der Vertreibung Betroffenen, trägt dazu bei, auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Im Zentrum des Symposiums stehen

  1. die Frage der Rückkehr bzw. Nicht–Rückkehr nach Österreich. Ihre Gründe, ihre Folgen (für die ExilantInnen, für Österreich und seine Kultur(en) bzw. internationale Entwicklungen in Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst);
  2. methodische Fragen, Didaktik und Vermittlungspraxis der in Österreich noch nicht universitär verankerten transdisziplinären Exilforschung sowie ihr gesamtgesellschaftlicher Nutzen;
  3. Desiderata der Exilforschung aus den Kultur–, Sozial–, Human–, Rechts– und Naturwissenschaften.

Die Beiträge (u.a. auch zur angewandten Exilforschung) kommen aus Zeitgeschichte, Politikwissenschaft, Wissenschaftstheorie, Literaturwissenschaft, Musik, Theater–, Film– und Medienwissenschaft, Architektur, Kunst, Rechtswissenschaft, Physik, Medizin, Psychologie und Psychoanalyse . Sie setzen sich mit den aktuellen Inhalten und zukünftigen Aufgaben der Exilforschung auseinander, deren wichtigste, neben dem Bewahren eines essentiellen Teils der österreichischen Geschichte vor dem Vergessen, nicht zuletzt das verbindende Element sein wird: Zwischen (R)EmigrantInnen und in Österreich Gebliebenen, zwischen Generationen, zwischen Kulturen. Aber auch innerhalb von Wissenschaften (und Forschungsdisziplinen), Wirtschaft und Politik. Eine Chance, uns im Rahmen der gesamten Gesellschaft global neue Wege und Perspektiven zu eröffnen.

Mit Unterstützung der Universität Wien, des Vereins für Geschichte und Gesellschaft, der Theodor Kramer Gesellschaft, des Vereins zur Förderung und Erforschung der antifaschistischen Literatur, des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Wiener Städtische und Futterboden.

Gefördert durch den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, Stadt Wien – Kultur/Wissenschafts– und Forschungsförderung, bm:bwk, BKA – Sektion für Kunstangelegenheiten und Österreichische Forschungsgemeinschaft.

Programm

Mittwoch, 27. Oktober 2004

9.30–12.00 Eröffnung
Exilforschung – wie und für wen?
Moderation: Sandra WIESINGER–STOCK

Konstantin KAISER, Wien: Subjekt und Reflexion in der Exilforschung
Friedrich STADLER, Wien: Methoden und Probleme der Exilforschung
Erika WEINZIERL, Wien: Gesellschaftliche Perspektiven der Exilforschung
Frédéric MORTON, New York: Exile: The modern heritage
Diskussion

12.00–13.30 Mittagspause

13.30–15.40 Panel 1
Geschichte, Politik & Staat
Moderation: Oliver RATHKOLB

Evelyn ADUNKA, Wien: Die Wiener jüdische Gemeinde vor 1938 in der Erinnerung von ExilantInnen
Wolfgang FRITZ, Wien: Österreichische Finanzbeamte. Verfolgung und Exil
Christian KLÖSCH, Wien / Kurt SCHARR, Innsbruck: Irene Harand in Wien und New York. Brüche und Kontinuitäten in der Arbeit und im Weltbild der engagierten Kämpferin gegen Rassenhass und Antisemitismus
Erwin KÖSTLER, Wien: Das "Österreichische Tagebuch" 1946–1950 als Forum für österreichische Exilliteratur und sein gesellschaftspolitischer Bezug zu Jugoslawien und Österreich
Diskussion

15.40–16.00 Pause

16.00–18.00 Panel 2
Literatur
Moderation: Konstantin KAISER
Gerhard SCHEIT, Wien: "Ressentiments" statt Remigration: Das Exil von Jean Améry
Dominique LASSAIGNE, Paris: Biographische Brüche und literarische Brücke: Emil Alphons Rheinhardt (1889–1945). Schriftsteller des Exils und Dichter des Unsäglichen
Herbert EXENBERGER, Wien: Mitglieder der Vereinigung Sozialistischer Schriftsteller im französischen Exil. Zwischenstation – im Untergrund – deportiert
Diskussion

Donnerstag, 28. Oktober 2004

9.00–10.45 Panel 3
Orte des Exils
Moderation: Oliver KÜHSCHELM
EOIN BOURKE, Galway: George Clare (Georg Klaar) und Irland
Philipp METTAUER, Wien: Um vom Alltag des Exils nicht ganz zu schweigen. Auszüge von Biografien österreichischer EmigrantInnen in Buenos Aires
Christine KANZLER, Wien: Österreichisches Exil auf den Philippinen – erste Forschungsergebnisse
Diskussion

10.45–11.00 Pause

11.00–12.50 Panel 4
Rechts– und Naturwissenschaften
Moderation: Friedrich STADLER
Herbert POSCH, Klagenfurt: "Akademische Ausbürgerung" an der Universität Wien: Nationalsozialistische Aberkennung von Doktortiteln österreichischer ExilantInnen
Wolfgang REITER, Wien: Zur naturwissenschaftlichen Remigration
Brigitte BISCHOF, Wien: Die Vertreibung der Physik aus Wien. (R)Emigration und Entwicklung des Studiums unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung von Frauen
Diskussion

12.50–14.00 Mittagspause

14.00–16.10 Panel 5
Medizin, Psychologie & Psychoanalyse
Moderation: Mitchell ASH
Renate FEIKES, Wien: Exil der Wiener Medizin nach 1938
Bernhard HANDLBAUER, Salzburg: Brüche und Brücken: Psychoanalyse und Individualpsychologie im Exil.
Thomas AICHHORN, Wien: Zurück nach Wien? PsychoanalytikerInnen aus dem Exil
Karl PURZNER, Wien: Die Umsetzung der von Anna Freud entwickelten pädagogischen und psychoanalytischen Erkenntnisse im Anna Freud Kindergarten, Wien. Ein Beitrag zur angewandten Exilforschung
Diskussion

16.10–16.30 Pause

16.30–18.45 Panel 6
Fotografie, Film, Theater, Musik
Moderation: Michael OMASTA
Anna AUER, Wien: Die österreichische Exilfotografie und ihre Erforschung.
Brigitte MAYR, Wien: Peter Lorre. Angewandte Exilforschung anhand eines Projektes von filmexil@synema.at
Peter ROESSLER, Wien: über Vertreibung und Exil von LehrerInnen und SchülerInnen des Reinhardt–Seminars.
Irene SUCHY, Wien: MusikerInnen–Exil in Japan
Diskussion

Freitag, 29. Oktober 2004

9.00–11.10 Panel 7
Architektur & Kunst
Moderation: Sabine PLAKOLM
Matthias BOECKL, Wien: Architekturmigration im 20.Jh. Aktuelle Perspektiven ihrer architekturgeschichtlichen Auswirkungen
Christine ZWINGL, Wien: Margarete Schütte–Lihotzky. Architektin des 20. Jahrhunderts – Fortschritt und Hindernisse
Veronika PFOLZ, Wien:Künstlerinnen und Künstler im Exil
Stephanie KOERNER, Manchester: Exilforschung and Crisis of Interpretation of Images of Globalisation
Diskussion
11.10–11.30 Pause

11.30–13.10 Panel 8
Rückkehr / Nichtrückkehr
11.30–13.15 Teil1
Moderation: Sandra WIESINGER–STOCK
Otto BINDER, Wien: Rückkehr – wer musste, wer wollte, wer konnte? Beispiele aus dem Leben
Siglinde BOLBECHER, Wien: Frau Lot dreht sich um: Frauen und Rückkehr Martin KRIST, Wien: Emigrierte Kinder und Jugendliche aus Wien. Zurückgekehrt – nicht zurückgekehrt
Diskussion
13.15–14.30 Mittagspause

14.30–15.50 Teil 2
Moderation: Siglinde BOLBECHER
Susanne ALGE, Berlin: "Ganz leicht war es nicht, bis ich stand, wo ich stehe, nach einem neuen Anfang im grauen Haar, nach einer wie oft zerschmissenen Existenz, ich zähle nicht, die wievielte es ist." Die lange Zeit zwischen Rückkehr und Heimkehr der österreichischen Schriftstellerin Elisabeth Freundlich
Hannah FISCHER, Wien: Stella Klein–Löw – Pädagogin, Politikerin, Mensch. Erinnerungen
Diskussion

15.45–17.00 Schlussdiskussion: Die Rückkehr – eine offene Wunde? Moderation: Konstantin KAISER

17.00 Buffet



Symposium: Kurzbiografien

Evelyn Adunka, geb. 1965, lebt in Wien als Historikerin und Publizistin mit dem Schwerpunkt Jüdische Zeit— und Geistesgeschichte. Redakteurin der Zeitschrift "Zwischenwelt". Zahlreiche Publikationen, vor allem zur Geschichte des österreichischen Judentums, zum jüdischen Exil und zu Fragen der Restitution.

Thomas Aichhorn, Psychoanalytiker (Sozialpädagoge), Mitglied der Wiener und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung; in freier Praxis tätig. Veröffentlichungen zur Theorie der Psychoanalyse und zur Geschichte der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Herausgeber der Hefte 31 und 32 der Zeitschrift Luzifer—Amor (Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse): "Zur Geschichte der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung 1938—1949". Die kommentierte Edition des Briefwechsels August Aichhorn — Anna Freud ist in Vorbereitung.

Susanne Alge, Dr. phil., Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin — Schwerpunkt: Exilliteratur. Seit 2000 kontinuierliche Mitarbeit an dem von John M. Spalek herausgegebenen Handbuch "Deutsche Exilliteratur seit 1933" (Beiträge über Elisabeth Freundlich, Hans Siemsen, Ludwig Ullmann, Alex Wedding, Kurt Juhn); Radio–Features und Theater–Arbeit zu diesem Thema; u.a: "Unsichtbare kulturgeographische Linien: Wien—Berlin—Czernowitz", "Suche. Eine szenische Montage über Selma Meerbaum–Eisinger".

Gabriele Anderl, Dr. phil., geboren in Salzburg, Studium an der Universität Wien. Zahlreiche Forschungsprojekte und Publikationen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte, u. a. "Gescheiterte Flucht" (mit Walter Manoschek), Wien 2001. Forschungsschwerpunkte: NS–Zeit, Judenverfolgung, Oral History, Exilforschung, vor allem Flucht nach Palästina, Flüchtlingspolitik während der NS–Zeit und in der Zweiten Republik. Käthe–Leichter–Preis für Historikerinnen 1994. Mitarbeiterin der Historikerkommission der Republik Österreich (Forschungsprojekte "Arisierung" von Mobilien sowie Die Zentralstelle für jüdische Auswanderung als Beraubungsinstitution.) Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: NS–Kunstraub. Lebt als freie wissenschaftliche Autorin, Forscherin und Journalistin in Wien.

Mitchell G. Ash, geb. 1948 in New York, o. Prof. für Geschichte und Neuzeit an der Univ. Wien. Studium der Geschichte, Wissenschaftsgeschichte, Philosophie und Psychologie am Amherst College, an der Harvard Univ. u. der Freien Univ. Berlin. Prom. an der Harvard Univ. (1982). Präs. der Gesell. für Wissenschaftsgeschichte (seit 2002), Ordentliches Mitglied der Berlin–Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (seit 2002). Eines der zentralen Forschungsgebiete: Vertreibung und Emigration deutschsprachiger Wissenschaftler nach 1933/38. Publ. u.a.: Gestalt Psychology in German Culture 1890—1967: Holism and the Quest for Objectivity (Cambridge 1995); Forced Migration and Scientific Change: Emigrant German–Speaking Scientists and Scholars after 1933, Hrsg. mit A. Söllner (Cambridge 1996); Mythos Humboldt — Vergangenheit und Zukunft der deutschen Universitäten, Hrsg. (Wien 1999); Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Von der "Wiener Moderne" bis heute, Hrsg. Mit C. Stifter (Wien 2002). Zuletzt: Forced Migration and Scientific Change: Steps Towards a New Overview. In. E. Timms & J. Hughes (eds.), Intellectual Migration and Cultural Transformation: Refugees from National Socialism in the English–Speaking World. Vienna: Springer Verlag, 2003, 241—263.

Anna Auer, geb. 1937 in Klagenfurt, lebt in Wien. Initiatorin und Kuratorin (1975—1987) der Fotosammlung Fotografis (heute Bank Austria Creditanstalt). 1992 Stip. des J.Paul Getty Museum, Los Angeles, danach Konzeption und Ausstellung Übersee. Flucht und Emigration österreichischer Fotografen 1920—1940 in der Kunsthalle Wien (1998). Seit 2001 Präsidentin der European Society for the History of Photography. Publikationen (Auswahl): Die vergessenen Briefe. Niépce, Daguerre, Talbot (Wien, 1997); zs. mit Nikolaus Schad Schadographien Š die Kraft des Lichts (Passau, 1999); Fotografie im Gespräch (Passau 2001); Ferdinand Schmutzer. Das unbekannte fotografische Werk (Wien 2001); Photography and Research in Austria. Vienna, the Door to the European East (Passau, 2002); Vorwort in: Max Wolf. Fotografie in der Emigration (Passau 2003); In: Exilforschung. Ein Internationales Jahrbuch, Band 21, Film und Fotografie Die Geschichte der österreichischen Exilfotografie (edition text + kritik, München 2003); Helmut Gernsheim Reconsidered (Hg. Anna Auer, Alistair Crawford, (Passau 2004); Photoresearcher No 7 (Hg. Anna Auer und Alistair Crawford (Passau 2004).

Otto Binder, kaufmänn. Lehre, seit 1928 Obmann der SAJ Salzburg; 1934 wegen versuchter Wiederrichtung der Sozialist. Jugend inhaftiert, als Angest. der "Gemeinde Wien — Städtische Vers.anstalt" fristlos entlassen. Funktionär der Revolutionären Sozialisten (1937 stv. Kreisleiter), vier Jahre arbeitslos. Sept. 1938 KZ Dachau, danach KZ Buchenwald. 1939 Exil in Schweden mit Lebensgef. Anny. Umschulung als Metallarb. Ein Teil der Fam. wird deportiert, ein Teil kommt durch Massenflucht um. 1943 Geb. der Tochter Margit, 1944 Hochzeit mit Anny. Ghostwriter. Auf Vermittlung Kreiskys Anst. bei schwed. Vers.genoss., rasche Integration. 1946 neuer Kontakt mit der Wiener Städtischen. Artikel in österr. Publ. 1947 Reise nach Wien. Engagement in der schwed. sozialdemokrat. Jugendorg. 1948 Geb. von Sohn Lennart. 1949 Anfrage Wiener Städt. wegen Rückkehr; schwed. Staatsbürgerschaft. Sept. 1949 zurück nach Wien. 1953 Geb. von Tochter Marianne. 1959—81 Generaldir. der Wiener Städtischen.

Brigitte Bischof, Mag.a rer. nat., Dissertantin am Wiener Institut für Wissenschaftsforschung, Beschäftigung mit den Themenkreisen Frauen in Naturwissenschaften, Wissenschaftsgeschichte und –emigration, ua. Mitarbeiterin am Projekt "Aus Österreich emigrierte PhysikerInnen und TechnikerInnen: Individuelle Erfahrungen und kollektiver Verläufe 1930—1955". Publ.: "... junge Wienerinnen zertrümmern Atome ..., Physikerinnen am Wiener Institut für Radiumforschung", NUT–Schriftenreihe Band 10, Mössingen—Talheim 2004.

Matthias Boeckl, geb. 1962 in Wien, Studium der Kunstgeschichte, Promotion 1988 an der Univ. Wien, Habil. 1999 an der Univ. Innsbruck. Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 1999 Chefredakteur der in Wien zweisprachig erscheinenden internationalen Fachzeitschrift "architektur.aktuell". Autor zahlreicher Aufsätze und Bücher über Themen der modernen und zeitgenössischen Kunst und Architektur und der Exilforschung ("Visionäre & Vertriebene. Österreichische Spuren in der modernen amerikansichen Architektur", 1995; "Ernst Schmid" 2002).

Siglinde Bolbecher, Mag. phil., geboren 1952 in Wien. Exilforscherin, Historikerin und Literaturwissenschaftlerin in Wien. Ausstellungsgestalterin, u.a. Ausstellungen über Theodor Kramer (1983), Februar 34 (1984), Kabarett und Satire im Widerstand (1985), Wien 1938 (1988), Berthold Viertel (1989), Elisabeth Bergner (1993). Mitarb. des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes. Mitbegr. der Theodor Kramer Gesellschaft, Hg. der Zeitschrift und des gleichnamigen Jahrbuchs Zwischenwelt. Red. der Buchreihe Antifaschistische Literatur und Exilliteratur — Studien und Texte. Forschungsprojekte der Universitäten Salzburg und Klagenfurt zur Vermittlung österreichischer Exilliteratur im Internet. Studien zur Biobibliographie österreichischer SchriftstellerInnen im Exil und im Widerstand. Publ. zahlreiche Aufsätze zu Zeitgeschichte und Exilliteratur. Hg. der gesammelten Werke von Stella Rotenberg sowie Mitverf. des Lexikons der österreichischen Exilliteratur (2000). Mitglied der internationalen "Gesellschaft für Exilforschung" und Leiterin des Arbeitskreises "Frauen im Exil" der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge). Bruno Kreisky–Anerkennungspreis 2001.

Eoin Bourke, Dr. phil (München), Professor Emeritus, bis vor kurzem Lehrstuhlinhaber am Deutschen Seminar der Universität Galway, Republik Irland. Verfasser von Büchern und Artikeln zu einem breiten Spektrum von Themen mit den Schwerpunkten Stilistik, Vormärzliteratur, Expeditions– und Reiseliteratur, engagierte Lyrik, das Irlandbild deutscher Schriftsteller, ImmigrantInnenliteratur, u.a. "The Austrian Anschluss in History and Literature", Arlen House: Galway/Dublin, 2000.

Herbert Exenberger, Prof., geb. 1943 in Wien, nach B—Matura Zweigstellenleiter der Wiener Städtischen Büchereien. 1970—2003 Bibliothekar am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Seit über vierzig Jahren ehrenamtl. Mitarb. im Bezirksmuseum Simmering, schreibt für die "Simmeringer Museumsblätter", gestaltete Sonderausst. z.B. über Widerstand und Verfolgung in Simmering 1934—45, über die jüd. Gemeinde in Simmering u. über Rosa Jochmann. Vorträge an der VHS, im IWK, bei SPÖ–Org. u. Gewerkschaften, beim Hermann–Langbein–Symposium des Päd. Inst. des Bundes in Wien. 1968 Förderungspreis für Volksbildung, 1983 Victor–Adler–Preis — Österr. Staatspreis für Geschichte der Arbeiterbewegung, 1991 Willy und Helga Verkauf–Verlon Preis für antifaschistische österr. Publizistik, 2001 Preis für Zivilcourage.

Hannah Fischer, Dr. phil, 1925 in einer mittelständischen, jüdischen Familie geboren. 1938 Exil in England. Scholarship für die "Badminton School" in Bristol, 1941 wieder nach London. Bei Anna Freud Trainee in den "Hampstead War Nurseries", später Tätigkeit im "Austrian Day Nursery" (Kindergarten des Austrian Center). Rückkehr nach Wien Sept. 1946. Psychoanalytisch orientierte Pädagogin, zunächst im Zentralkinderheim in Wien. Initiatorin des Anna Freud Kindergartens, Wien. Zuletzt Direktorin der Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen.

Renate Feikes, Dr. phil., Stud. der Geschichte u. Publizistik an der Univ. Wien, 1982—1997 nichtärztliche Mitarb. des Ärztefunkdienstes der Ärztekammer für Wien, 1997—Nov. 2000 Management "Interdisziplinäres Institut für Gesundheitsorganisation", 2000/2003 Lektorin beim med. Fachverlag "Krause & Pachernegg". Seit Januar 2001 Administration des Wittgensteinpreises, Univ. Prof. Dr. Peter Markowich. Theodor Körner Preis für die Projekte "Remigration österreichischer (jüdischer) Ärzte nach 1945", 2001 und "Emigration und Remigration österr. Jüdischer Ärzte nach GB bzw. nach Österreich". 1992 Mitarb. am Forschungsprojekt der Österr. Nationalbibliothek "Datenbank jüd. Autoren österr. Herkunft 18. —20. Jh." / Teilgebiet Medizin. 1996 Stip. der Univ. Wien für wiss. Arbeiten (New York). 2000 Projekt "Geschichte der Dermatologie 1933 — 55", Jubiläumsfonds der Österr. Nationalbank, Projektleitung: Univ.—Prof. Dr. Karl Holubar. 2001 u. 2002: Forschungsaufenthalt Oxford Brookes Univ., Prof. P. Weindling. Publ.: 1998—2000 Autorin der Serie "Geschichte des Wiener Allg. Krankenhauses" in der Zeitschrift "People", hg. vom Verein zur Förderung von Wiss. und Forschung in den Neuen Universitätskliniken am AKH Wien. Daniela Angetter, Renate Feikes, Karl Holubar. Der Einfluss des Nationalsozialismus auf die Dermatologie in Österreich 1933 — 55, in: Dermatologie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend. Aktueller Stand von Klinik und Forschung, Hrsg. A.Plettenberg, W.N.Meigel, I.Mole, Bericht von der 40.Tagung der DDG, Berlin/Heidelberg/New York, 1999, 715 — 750. "Christian Albert Theodor Billrothh (1829—1894), Wie zeitgemäß ist unsere Medizinerausbildung?", in: Glücklich, wer den Grund der Dinge zu erkennen vermag. Österreichische Mediziner, Naturwissenschafter und Techniker im 19. Und 20. Jahrhundert, Hrsg. D. Angetter, J Seidl, Peter Lang Verlag, Frankfurt/Berlin/Bern/Brüssel/New York/Oxford/Wien, 2003, 99—110.

Wolfgang Fritz, geb. 1947 in Innsbruck, ist 16–jährig in den Bundesfinanzdienst eingetreten. Matura und Studium der Rechtswissenschaften im zweiten Bildungsweg. Seit 1981 im Präsidium des Bundesministeriums für Finanzen, seit 1988 Leiter der Revisionsabteilung . Seit 1969 Schriftsteller, veröff. in der St. Pöltner Zeitschrift das pult und in Radio Vorarlberg (Sendung "Dreiländerschnecke") erschienen. Romanveröffentlichungen 1981 und 1983, zwei Romane harren unveröffentlicht des Verlegers. Auszüge daraus sind in den Zeitschriften sterz und Das Fenster veröffentlicht worden. 2000 erschien sein Werk über den Finanzstadtrat Breitner, dem er zehn Jahre seiner Freizeit gewidmet hatte. Seither arbeitet er unter Verwendung archivarischer und bibliothekarischer Quellen des Finanzministeriums an einer Lebensbeschreibung sämtlicher österreichischen Finanzminister, deren wesentliche Teile in der Wiener Zeitung veröffentlicht werden. Die Serie wird voraussichtlich nächstes Jahr in Buchform erscheinen. Fritz ist verheiratet und hat zwei Töchter. Publ.: Zweifelsfälle für Fortgeschrittene. Roman. Frankfurt/M.: Fischer 1981. Eine ganz einfache Geschichte. Roman. Frankfurt/M.: Fischer 1983. Der Kopf des Asiaten Breitner. Wien: Löcker 2000. Von Kübeck bis Grasser. Österreichische Finanzminister von 1848 bis heute. In: Wiener Zeitung seit 13.11.2001 vierzehntägig.

Bernhard Handlbauer, geb. 1956, studierte Psychologie und Psychopathologie in Salzburg und arbeitet als Psychotherapeut in freier Praxis und in einem Jugendgefängnis. Publikationen zur Geschichte der Psychoanalyse und der Individualpsychologie

Konstantin Kaiser, Dr. phil., geb. 1947 in Innsbruck. Exilforscher, Literaturwissenschaftler und freier Schriftsteller in Wien. Studium Jus, Psychologie, Philosophie in Innsbruck und Wien. Ausstellungsgestalter. Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge). Mitbegründer der Theodor Kramer Gesellschaft (Wien). Lehraufträge an den Universitäten Klagenfurt, Innsbruck und Graz. Ausstellungen u.a. im Wiener Künstlerhaus, über Theodor Kramer (1983), Kabarett und Satire im Widerstand (1985), Berthold Viertel (1989), Situation New York (1991), Elisabeth Bergner (1993). Mithg. der "Zwischenwelt." und der Buchreihe "Antifaschistische Literatur und Exilliteratur — Studien und Texte". Hg., Mithg. und Bearb. von Büchern von Frederick Brainin, Ray Eichenbaum, Leo Katz, Herbert Kuhner, Bil Spira, Stella Rotenberg, Berthold Viertel, Peter Heller, Claire Felsenburg, Stefan Pollatschek u.a. Buchpublikationen: Theodor Kramer 1897 — 1958. Dichter im Exil (Wien 1984); Durchs Hinterland (Gedichte, Innsbruck 1993); Auf den Straßen gehen (Prosa, Innsbruck 1996); "Vielleicht hab ich es leicht, weil schwer, gehabt" (zusammen mit Erwin Chvojka, Theodor Kramer–Lebenschronik, Wien 1997); Lexikon der österreichischen Exilliteratur (zusammen mit S. Bolbecher, Wien 2000); Das unsichtbare Kind (Essays und Kritiken, Wien 2001). Mitglied der Grazer Autorenversammlung. Theodor–Körner–Preis 1985, Förderungspreis der Stadt Wien 1988, Bruno–Kreisky–Preis 2002.

Christine Kanzler, Dr. phil., geb. 1955 in Wien, Studium der Theaterwiss., Ausbildungslehrgang für Informations– und Dokumentationsfachleute im nichtöffentlichen Bereich der ÖGDI und der AK Wien. Mitarb. am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (2000 — 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts "Namentliche Erfassung der österreichischen Holocaustopfer", 2002 Sachbearbeiterin der Projekte "ÖsterreicherInnen im Exil. Eine bio—bibliografische Datenbank" und "Aktualisierung des Bestands an Biografien exilierter ÖsterreicherInnen", 2003/04 Sachbearbeiterin des Projekts "Österreichisches Exil auf den Philippinen: Auswertung der Teilnachlässe von Mona Lisa Steiner, Hans Steiner und Therese Lindenberg"). Forschungsschwerpunkte: Exilforschung, Biographieforschung. Publ. u.a. über geschlechtsspezifische Aspekte biografischer Forschung im Themenkomplex Widerstand — Exil — Verfolgung sowie Kurzbiografien österreichischer Frauen in Wissenschaft und Widerstand.

Christian Klösch, geb. 1969; Mag. phil, Historiker, 1996/97 Mitinitiator der "Austrian Heritage Collection" am Leo Baeck Institute in New York; 1997—2002 Mitarbeiter der Österreichischen Exilbibliothek im Literaturhaus in Wien. 1999—2003 Mitarbeiter der Österreichischen Historikerkommission; 2002—2004 Mitarbeiter eines Forschungsprojekt über Irene Harand des Ludwig Boltzmann Instituts für Gesellschaft und Geschichte. Arbeitet derzeit an einer Dissertation über Geschichte und Gesellschaft des Kärntner Lavanttals (1930—1955).

Stephanie Koerner, BA, MA, PhD. (Univ. of Pittsburgh). Lecturer at the Univ. of Manchester, School of Art History and Archaeology several projects as an Associate of the Univ. of Pittsburgh. Three areas of specialization: archaeology of indigenous Amerindian cultures, history of the philosophy of the human sciences and humanities, critical areas of overlap between the histories of the arts, religion, experimental science and natural philosophy. Supervising undergraduate diss., as well as MA and PhD research in these fields. Organises interdisciplinary conference panels in England and Europe, as well as workshops in the School of Art History and Archaeology. Ed. 'Historicising Instincts (2002) and the forthcoming volumes, 'New Directions in Historical Archaeology (2005) and Time, Ethics and the Historicity of Human Agency. Archaeologicical Perspectives (2005). The presentation in this Symposium iis based on recent research carried out in relations to new MA and PhD programmes in the School of Art History and Archaeology in Museum Studies and the Center for Latin American Cultural Studies.

Erwin Köstler, Dr. phil., Übersetzer slowenischer Literatur, Ausstellungskurator, freier Wissenschaftler, lebt in Wien. Träger des Österreichischen Staatspreises für literarische Übersetzer 1999. Übersetzer und Hg. der in Einzelbänden im Klagenfurter Drava Verlag erscheinenden Werkausgabe Ivan Cankar, Übersetzer zeitgenössischer slowenischer Literatur; zahlreiche Publikationen, Vorträge und Lesungen; Mitarbeit an dem vom Inst. für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Klagenfurt in Auftrag gegebenen Forschungsprojekt "Literatur und Widerstand" zur Rezeption des antifaschistischen Widerstands in Kärnten in der slowenischen und deutschen Literatur.

Martin Krist, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Wien. AHS—Lehrer in Wien, Univ. Lekt. für Fachdidaktik am Inst. für Zeitgeschichte der Univ. Wien. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte des Exils und die Arbeit mit ZeitzeugInnen im Unterricht und in ehemaligen Konzentrationslagern. Publ. (Auswahl): "Vertreibungsschicksale. Jüdische Schüler eines Wiener Gymnasiums 1938 und ihre Lebenswege", Wien 1999, 2. erweiterte Auflage 2001; "Drei Wege in die Emigration. Reinhold Eckfeld — Michael Stone — Georg Stefan Troller". In: Internetprojekt "Österreichische Literatur im Exil seit 1933", 2002 http://www.literaturepochen.at/exil/museum_wege/index.html "SchülerInnen auf Spurensuche: Vertreibungsschicksale "Jüdische Schüler eines Wiener Gymnasiums 1938 und ihre Lebenswege". In: Inge Hansen—Schaberg (Hg.), "Als Kind verfolgt — Anne Frank und die anderen", Berlin 2004, S. 237 — 252. Hg.: Reinhold Eckfeld "Letzte Monate in Wien. Aufzeichnungen aus dem australischen Internierungslager 1940/41", Wien 2002. E.A. Rheinhardt, "Tagebuch aus den Jahren 1943/44. Geschrieben in den Gefängnissen der Gestapo in Menton, Nizza und Les Baumettes (Marseille)", Wien 2003.

Oliver Kühschelm, Dr. phil., Historiker, 2000/01 Gedenkdienstleistender in Buenos Aires, Mitarbeiter für Uruguay im DÖW&nmdash;Projekt "ÖsterreicherInnen im Exil 1938—45: Die La Plata Staaten", 2002 Forschungsaufenthalt in Montevideo, Vorstandsmitglied im Verein Gedenkdienst.

Dominique Lassaigne, Dr. phil., Studium der Germanistik, Anthropologie und Geschichte. ForscherIn am CNRS in Paris (Centre de recherches interdisiplinaires sur l’Allemagne— UMR 8131 du CNRS), lehrt Kulturanthropologie und Geschichte an der Hochschule E.H.E.S.S. (Ecole des hautes études en sciences sociales). Publikationen zu Kulturtransfers und Literatur des Exils (E.A. Rheinhardt).

Brigitte Mayr, geb. 1958 in Linz, Dr. phil., Geschäftsführerin von SYNEMA — Gesellschaft für Film und Medien. Mitglied der ÖGE. (Co)–Konzeption von zahlreichen Symposien (FILM / DENKEN — Philosophie & Film; SCREENWISE Š Feministische Film— & TV–Wissenschaften; FILM. GESCHICHTE. SCHREIBEN. Kanonisierung & die Liebe zum Kino) sowie begleitenden Filmschauen. Co–Herausgeberin von Peter Lorre. Ein Fremder im Paradies sowie der SYNEMA–Publikationen Der österreichische Film von seinen Anfängen bis heute und Carl Mayer, Scenar[t]ist. Ein Script von ihm war schon ein Film.

Philipp Mettauer, Mag. phil., geb. 1976 in Linz, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Wien, Madrid, Salamanca und Basel, Mitarbeit bei zahlreichen Projekten über Nationalsozialismus und Holocaust sowie beim Verein Gedenkdienst, 2001—2002 Gedenkdienst (Zivilersatzdienst) an der Fundación Memoria del Holocausto in Buenos Aires, seitdem Mitarbeiter des Projekts des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes "ÖsterreicherInnen im Exil 1938—45: Die La Plata–Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay", lebt derzeit in Wien.

Frédéric Morton, geboren am 5. Oktober 1924 in Wien als Fritz Mandelbaum. Emigriert 1939 nach England und ein Jahr darauf in die USA. Ändert dort seinen Namen von Mandelbaum auf Morton. Bäckerlehre. 1940—49 in diesem Beruf tätig. Ab 1949 Besuch der New York School for Social Research, daraufhin Studium der Literaturwissenschaften an der Columbia University. Master of Arts. Lebt seit 1959 als freiberuflicher Schriftsteller in New York. Mitarbeiter verschiedener großer amerikanischer, aber auch deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften. Schreibt vorwiegend in englischer Sprache. 1980 Verleihung des Berufstitels Professor. Lebt in New York / USA. Preise, Auszeichnungen: 1947 Dodd — Mead Intercollegiate Fellowship Prize. 1953 Columbia University Fellow. 1962 "Author of the Year Award" der National Anti–Defamation League. 1971 Lotus Club Merit Award. 1986 Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien.

Michael Omasta, geb. 1964 in Wien, ist Filmredakteur der Stadtzeitung "Falter" und Vorstandsmitglied von SYNEMA — Gesellschaft für Film und Medien. Forschungsschwerpunkte: Filmexil und Film noir. Retrospektiven, Vorträge und Buchpublikationen, zuletzt "Tribute to Sasha — Das filmische Werk von Alexander Hammid" (2002) und "Carl Mayer, Scenar[t]ist — Ein Script von ihm war schon ein Film" (gem. mit Brigitte Mayr und Christian Cargnelli, 2003), beide erschienen bei SYNEMA Publikationen (Wien), sowie "Peter Lorre. Ein Fremder im Paradies" (gem. mit Brigitte Mayr und Elisabeth Streit) in der Reihe Zsolnay/KINO (2004).

Veronika Pfolz, Studium der Kunstgeschichte an der Universität Wien, seit Feb. 2004 freie Kunsthistorikerin, Publikationen: "Lebensbedingungen österreichischer Künstlerinnen in der Zwischenkriegszeit", Vortrag gehalten im Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien, im November 2001 "Die Stadt — Zwischen Café und Hinterhof. Sozialkritische Tendenzen in Arbeiten aus der Werkstätte für Druckverfahren um 1930", in: Bertold Löffler. Vagant zwischen Secessionismus und Neobiedermeier, Hg. Erika Patka im Auftrag der Universität für angewandte Kunst Wien, Wien 2000, S. 126—137, "Sascha Kronburg. Eine anpassungsfähige Illustratorin", in: biblos 48,1, Hg. ÖNB, 1999, S. 115—130. In Vorbereitung: Das Wiener Weh nach der WW, biblos. In Vorbereitung: Die Abteilung Grafik an der Graphischen Lehr– und Versuchsanstalt, GLV. In Vorbereitung: Österreichische Künstler im Exil in Italien, Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands.

Sabine Plakolm–Forsthuber, Ao. Univ.Prof. Dr., Dozentin am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege an der TU Wien. Arbeitsschwerpunkte: Österreichische Architektur– und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, auch mit einem Schwerpunkt auf die Exilforschung, Genderfragen, Frauenklöster der Renaissance in Italien.

Herbert Posch, 1965 in Wien geb., Studium der Geschichte und Museologie an der Univ. Wien. 1989 Museumspäd. Kurs an der Reinwardt Akademie in Leiden/Nl 1991—1993 "Fakultätslehrgang Museums– und Ausstellungsdidaktik" der Univ. Wien. Seit 2001 Leiter der IFF/Museologie (seit 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung/IFF) 2004 Gründung und Mitarbeit in "eXponat — Forum für Museologie und visuelle Kultur". 1990—2003 Gründung und Mitarb. in der "Arbeitsgruppe für theoretische und angewandte Museologie". 1990—2000 Gründung und Co–Leitung von "Museum im Kopf" am Inst. für Wissenschaft und Kunst in Wien. Seit 1998 Lektor für Museologie, für "Team und Kommunikation im Wissenschaftsbereich" sowie für Zeit– und Wissenschaftsgeschichte an der Univ. Wien und der Univ. Klagenfurt. Schwerpunkte: Forschungsprojekt "Bildungsbiografien und Wissenstransfers — Studierende der Univ. Wien vor und nach 1938" (2004—2006), Forschungsprojekt "Aberkennung akademischer Grade in der NS–Zeit und in der II. Republik" (2004—2005), "Wissen wirksam machen", "Museum im Film", "Kommunikation und Teamarbeit in Wissenschaft und Arbeitspraxis".

Karl Purzner, Dr. med., Medizinstudium an der Universität Wien. Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie am Psychiatrischen Krankenhaus der Stadt Wien Baumgartner Höhe (PKB). Ausbildung zum Psychoanalytiker in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) und im Institut für angewandte Psychoanalyse Düsseldorf. Mitarbeit an der Familienberatungsstelle der WPV. Leiter der Instituts für angewandte Psychoanalyse Wien (IFAP). Seit 1980 psychoanalytischer Berater des Anna–Freud–Kindergartens in Wien. Forschungs–, Lehr und Supervisionstätigkeit im psychiatrischen, pädagogischen und psychoanalytischen Bereich, sowohl außeruniversitär als auch universitär. Schwerpunkt: routineintegrierte und projektorientierte Aktionsforschung. Prozeßberatung bei Aufbau– und Reformprozessen psychosozialer und sozialmedizinischer Einrichtungen. Managementposition in der klinischen Psychiatrie. Stabsstelle für Organisationsentwicklung und Wissensmanagement der Kollegialen Führung am Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe Prozeßberatung im Rahmen der Wiener Psychiatriereform im Spital (in den 70er Jahren) und der Wiener Spitalsreform in der Psychiatrie (in den 90er Jahren) Seit Mitte der 90er Jahre akademisch geprüfter Krankenhausmanager.

Oliver Rathkolb, geb. 1955, Zeithistoriker (österreichische, europäische und internationale Zeitgeschichte mit Schwerpunkt nach 1945) Mag. iur. und Dr.iur.; Dr.phil., seit habilitierter Freier Dozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und wissenschaftlicher Co—Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft sowie wissenschaftlicher Leiter der wissenschaftlichen Internet– Plattform www.demokratiezentrum.org. 1985 — 2003 wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Bruno Kreisky Archiv, seit Februar 1992 Wissenschaftskoordinator des Bruno Kreisky Forums für Internationalen Dialog.

Wolfgang L. Reiter, geb. 1946 in Bad Ischl, lebt in Wien. Studium der Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Wien; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Radiumforschung und Kernphysik der Universität Wien und am Schweizer Institut für Nuklearforschung (SIN, jetzt PSI), Villigen. Seit 1980 am Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und tätig tätig; Leiter der Abteilung "Naturwissenschaften". Seit 2003 im "Vorruhestand". Lektor am Institut für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Universität Wien. Vizepräsident des "Internationalen Erwin Schrödinger Instituts für mathematische Physik". Veröffentlichungen in diversen wissenschaftlichen Zeitschriften sowie Buchbeiträge zu kernphysikalischen, wissenschaftssoziologischen und wissenschaftshistorischen Themen.

Peter Roessler, Univ.—Prof. Dr., Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Geschichte in Wien und Berlin, lehrt Dramaturgie und Gegenwartsgeschichte des Theaters am Max Reinhardt Seminar, Institut für Schauspiel und Schauspielregie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Redaktionsmitglied von -"Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands". Arbeiten u.a. zu Dramaturgie, Exil— und Nachkriegstheater, Schauspielkunst, Theaterpublizistik, Gegenwartstheater. Koordinierte gemeinsam mit Evelyn Adunka das Symposion "Die Rezeption des Exils". Publikationen (Auswahl): Studien zur Auseinandersetzung mit Faschismus und Krieg im österreichischen Drama der Nachkriegszeit und der fünfziger Jahre. Köln 1987. Dramaturgie der Demokratie. Theaterkonzeptionen des österreichischen Exils. (Hrsg. mit Konstantin Kaiser). Wien 1989. Berthold Viertel: Die Überwindung des Übermenschen. Exilschriften. Studienausgabe Bd. 1. (Hrsg. mit Konstantin Kaiser in Zusammenarbeit mit Siglinde Bolbecher). Wien 1989. Theater und Geschichte. (Hrsg. mit Ulrike Oedl). Berlin 1993. Zeit der Befreiung. Wiener Theater nach 1945. (Hrsg. mit Hilde Haider–Pregler). Wien 1998. Traum von der Realität. Berthold Viertel. (Zwischenwelt 5). Hrsg. im Auftrag der Theodor–Kramer–Gesellschaft mit Siglinde Bolbecher und Konstantin Kaiser. Wien 1998. Die Rezeption des Exils. Geschichte und Perspektiven der österreichischen Exilforschung. (Hrsg. mit Evelyn Adunka). Wien 2004. Die vergessenen Jahre. Zum 75. Jahrestag der Eröffnung des Max Reinhardt Seminars. (Hrsg. mit Günter Einbrodt und Susanne Gföller). Wien 2004.

Kurt Scharr, geb. 1970, studierte an den Universitäten Innsbruck, Krakau und Tel Aviv Geographie, Geschichte und im Erweiterungsfach Russisch. 1998/1999 absolvierte er als erster Österreicher seinen Auslandszivildienst an der Holocaust Foundation in Moskau. Im Zuge dieser Arbeit entstand das erste russische Schulbuch über den Holocaust. Seit 1998 arbeitet er regelmäßig in Archiven der ehemaligen Sowjetunion. Schwerpunktmäßig liegen die Arbeitsgebiete im Alpen– und Karpatenraum. Z. Zt. beschäftigt er sich mit einem Forschungsprojekt zur Kulturlandschaft der Bukowina.

Gerhard Scheit, Dr. phil., Jahrgang 1959; Studium verschiedener Instrumente und Fächer an der Wiener Musikhochschule, der Universität Wien und der FU Berlin; lebt als Essayist, Kulturwissenschaftler und Publizist in Wien. Bücher: Dramaturgie der Geschlechter (1995); Hanswurst und der Staat (1995); Mülltrennung. Beiträge zu Politik, Literatur und Musik (1998); Verborgener Staat, lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus (1999); Die Meister der Krise (2001); Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt (2004); Herausgeber dreier Bände der neuen Jean Améry—Werkausgabe: Jenseits von Schuld und Sühne, Unmeisterliche Wanderjahre, Örtlichkeiten (2002); Aufsätze zur Philosophie (2004); Briefe (2006).

Friedrich K. Stadler, ao.Univ.Prof. Mag.phil., Dr.phil., Univ.Doz. f. Wissenschaftsgeschichte und –theorie, Vorst. des Inst. für Zeitgeschichte d. Univ. Wien, Gründer u. wiss. Leiter des Inst. Wiener Kreis, Mitarb. des Ludwig–Boltzmann–Institut für Geschichte u. Gesell. Stud. der Geschichte, Philosophie, Psychologie in Graz and Salzburg. Forschungsprojekte, Konferenzen, Lehrauftr. u. Publ. im Bereich der Kultur– u. Geistesgeschichte, v.a. Philosophie u. Philosophiegeschichte d. 19. u. 20. Jh., Gastprof. u. Lehrauftr. an internat. Univ. (u.a. 1997 Humboldt–Univ. Berlin, 1998 Univ. of Minnesota), wiss. Ltg. zahlr. internat. Symposien u. Ausstellungen, Autor zweier Bücher und von über 60 Artikeln, Hg. u. Mithg zahlr. Publ. u. Buchreihen zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie.

Irene Suchy, Dr. Mag. art. in Germanistik und Musikpädagogik, Dr. phil mit einer Dissertaoin über "Deutschsprachigen Musiker in Japan — eine Fallstudie eines Kulturtransfers am Beispiel der Rezeption abendländischer Kunstmusik in Japan." 1992. Forschungsaufenthalte in Japan mit Stipendien der japanischen Regierung 1987—89 und 1990. Tätig als Moderatorin, Dramaturgin und Produzentin . 2001 Maecenas–Anerkennungspreis für die Kreation der OE1 Geige — eine Aktion kollektiven Maezenatentums. Univ. Lektorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Institut für Gesang und Regietheater und am IKM für Lied und Oratoriengeschichte, Librettokunde, Kulturgeschichte und Praktikum Medien. Jänner 2003 — Dezember 2004 Mitarbeiterin des Projekts Verfolgte Musik unter der Leitung von Juerg Stenzl mit Primaverfa Gruber, Gerhard Scheit. Winfried Schneider und Evelyn Adunka finanziert vom FWF. 2004 Wissenschaftsstipendium der Stadt Wien für Forschung zu Hugo Wolfs Mäzenen. Seit Jänner 2004 bis Dezember 2005 Forschungsprojekt zu Friedrich Gulda , finanziert vom Jubiläumsfonds der Österr. Nationalbank zs. mit Wilhelm Svoboda. Dezember 2005: Eröffnung der Ausstellung Friedrich Gulda im Österreichischen Theatermuseum / KHM. Publ. u.a. "Biographische Studien zur Geschichte der europäischen Kunstmusik in Japan", Bachmayer, Ev (Ed.) u.a.: Japan von Aids bis Zen. 1991 Š Institut für Japanologie der Universität Wien.

Erika Weinzierl, em.Univ.Prof. Dr. phil., geb. 1925 in Wien, Studium: Geschichte u. Kunstgeschichte sowie Inst. für Geschichtsforschung, Wien. 1948—64 Haus–, Hof– und Staatsarchiv. 1948 Heirat mit Dr. Peter Weinzierl (2 Söhne, geb. 1950 u. 1954). 1961 Habil. f. Österr. Geschichte an der Univ. Wien. 1964—92 Vorstand des Inst. f. kirchliche Zeitgeschichte am Internat. Forschungszentrum Salzburg. Ab 1967 ao., ab 1969 o.Prof. für Österreichische Geschichte mit bsd. Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Univ. Salzburg. Seit 1977 Leiterin d. Ludwig Boltzmann–Inst. f. Geschichte der Gesellschaftswissenschaften Wien—Salzburg (seit 1991 f. Geschichte und Gesellschaft). 1979—95 o.Univ.Prof. für neuere und neueste Geschichte, 1979—90 Vorstand am Inst. f. Zeitgeschichte der Univ. Wien. Ehrenpräs. der Aktion gegen den Antisemitismus, Mitgl. des wissenschaftl. Beirats des Inst. Wiener Kreis, Vorstandsmitgl. d. Kuratoriums der Stiftung Bruno Kreisky–Archiv, Jury–Mitgl. Bruno Kreisky–Preis für Verdienste um die Menschenrechte, Mitgl. d. Kuratoriums des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, Mitgl. d. wiss. Beirats des Karl v. Vogelsang—Inst., Mitgl. d. kirchl. Kommission "Justitia et Pax", Mitgl. d. Beirats "Topographie des Terrors" in Berlin, Mitgl. d. Beirats d. Jüd. Museums in Wien, Vorstandsmitgl. von Amcha (Komitee zur Förderung d. Psychosozialen Betreuung von Überlebenden des Holocaust), Vorsitzende des Beirats d. Stiftung Volkstheater. Publ.: 7 Bücher (davon eines viermal, eines dreimal und eines zweimal aufgelegt), u.a. Österreich, Zeitgeschichte in Bildern. Innsbruck—Wien—München 1968, 1970, 1975; Zu wenig Gerechte. Österreicher und Judenverfolgung 1938—1945. Graz—Wien—Köln 1969, 1985, 1986, 1997. Hg. u. Mithg. v. 30 Büchern, zuletzt Erika Weinzierl/Otto Kulka (Hg.): Vertreibung und Neubeginn. Israelische Bürger österreichischer Herkunft, Wien—Köln—Weimar 1992. Verf. v. 300 Aufsätzen u. wissenschaftl. Beiträgen. Seit 1973 Hg. d. Monats– (seit 1991 Zweimonats–) Zeitschrift zeitgeschichte.

Sandra Wiesinger—Stock, Dr. phil., geb. 1969 in Wels. Exilforscherin, Historikerin, Kommunikationswissenschaftlerin und Publizistin in Wien. Wissenschaftliche Mitarb. und Kommunikation der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge), . Red. der Zwischenwelt. Freie journalistische Mitarb. bei div. Zeitungen und Zeitschriften. Buchpublikationen zu Exil– und Frauenforschung, Bildungsforschung und Wissenschaftspopularisierung: Hilde Spiel. Ein Leben ohne Heimat? (1996, 1997); Der Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung. Aktivitäten, Ziele und Bestände (1998); Erwachsenenbildung und Wissenschaftspopularisierung. Geschichte, Terminologie, Zukunftsperspektiven (2002); Mithg. (zs. mit Erika Weinzierl) von Emanzipation? Frauen in Österreich (erscheint 2005). Red. und wissenschaftliches Lektorat von Britta Orgovanyi–Hanstein: Geschichtsbaum Europa (2002). Artikel, Essays und Rezensionen in div. Zeitungen, Zeitschriften und Fachpublikationen. Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge), Mitglied der Theodor—Kramer—Gesellschaft, des Orpheus Trust und des Österreichischen Wissenschaftsgesellschaft (ÖWIG). Käthe—Leichter—Staatspreis für Frauenforschung 1998, Theodor—Körner—Preis für Wissenschaft und Kunst 2001.

Christine Zwingl, Architektin, Dipl.Ing., geboren in Wien, 1983 Geburt der Tochter Anna, verheiratet, lebe in Wien, Architekturstudium an der TU Wien. Seit 1986 Mitglied der "Forschungsgruppe Schütte–Lihotzky. 1990 — 1991 Forschungsarbeit "Das Werk der Architektin Margarete Schütte–Lihotzky", Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst, Wien und Katalog: "Margarete Schütte–Lihotzky. Soziale Architektur, Zeitzeugin eines Jahrhunderts", (Allmayer–Beck, Lindner, Zwingl). Seit 1994 selbständige Architektin. 1994 — 1995. Universitätsinstruktor für "Wohnbau—Entwerfen" am Institut für Wohnbau der TU Wien. 2000 Gründung der A.I.R. ZT–Gesellschaft mit Bürositz in Eisenstadt und Wien. Seit 2000 Unterrichtstätigkeit an der HTL Mödling, Abteilung Hochbau.


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