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Die öge trauert um Erika Weinzierl


Erika Weinzierl gründete 2002, gemeinsam mit Wolfgang Neugebauer und Konstantin Kaiser, die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge). Sie war Ehrenpräsidentin und wirkte unter anderem als Leiterin des wissenschaftlichen Beirats und als Mitherausgeberin der ersten öge-Publikation "Vom Weggehen".
1961 habilitierte sich Erika Weinzierl an der Universität Wien, 1969 wurde sie ordentliche Professorin für Österreichische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Salzburg. Im selben Jahr erschien ihr noch immer als Standardwerk geltendes Buch "Zu wenig Gerechte", zu einer Zeit, als die Verbrechen des Nationalsozialismus noch kaum Thema des öffentlichen Diskurses in Österreich waren. In ihrer weiteren Laufbahn - 1978 wurde sie auf den Lehrstuhl für Zeitgeschichte in Wien berufen - setzte sie sich immer für die rückhaltlose Aufarbeitung der NS-Zeit ein und trat öffentlich gegen Antisemitismus und Xenophobie auf.
"Schlussstriche dürfen um unserer Zukunft willen nirgends gezogen werden, auch und erst recht nicht in der Exilforschung, in der es noch sehr viel aufzuarbeiten gibt - und nicht nur von Historikern", schrieb Erika Weinzierl 2003 für die Publikation "Die Rezeption des Exils".

Die öge trauert um eine große Vertreterin der kritischen Wissenschaft und Geschichtsvermittlung, für viele von uns war sie eine Freundin, die Bekanntschaft mit ihr eine unschätzbare Bereicherung.
Erika Weinzierl verstarb am 28. Oktober in Wien.



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Veranstaltungen im Wintersemester 2014/15


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13. bis 15. Oktober 2014

"Schleppen", schleusen, helfen.
Flucht zwischen Rettung und Ausbeutung

Internationales Symposium


Im Kontext der Fluchtbewegungen der Jahre 1933 - 1945 fanden illegale Grenzübertritte wesentlich häufiger statt als allgemein bekannt, und sie erwiesen sich vielfach als lebensrettend. Dennoch wurden die Helferinnen und Helfer oft in undifferenzierter Weise kriminalisiert, obwohl nur ein Teil von ihnen primär aus finanziellem Interesse bzw. in ausbeuterischer Absicht handelte. Auch in den Nachkriegsjahrzehnten war Fluchthilfe von großer Bedeutung. Heute ist das Thema angesichts der immer rigoroseren Abwehrmaßnahmen, mit denen die "Festung Europa" gesichert werden soll, brisanter denn je.
Das Symposium wird sich mit den unterschiedlichen Formen, Phasen und Motiven der organisierten und individuellen Fluchthilfe / "Schlepperei" seit den 1930er Jahren befassen und auch die restriktive Aufnahmepolitik der potentiellen Zufluchtsländer als wesentliche Ursache für das Phänomen ins Blickfeld rücken.

Eine Kooperation der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge) mit:
Afro-Asiatisches Institut Wien, Akademie der bildenden Künste Wien, asylkoordination Österreich, borderline europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V. Berlin, Centrum für Jüdische Studien / Karl-Franzens-Universität Graz, CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit (Graz), Forschungsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Institut für Soziologie der Universität Wien, Institut für Staatswissenschaft der Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Jüdisches Museum Hohenems, Montafoner Museen, Paul Grüninger Stiftung (St. Gallen / Schweiz)


Ort: Gartenbaukino und Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien / Prospekthof
Parkring 12, 1010 Wien / Lehárgasse 6, 1060 Wien

Programm

Abstracts

Kurzbiografien



4. November 2014, 19:00 Uhr

Buchpräsentation:
Verena Wagner: Jüdische Lebenswelten. Zehn Linzer Biografien

(Mit Autorin Verena Wagner und Walter Schuster, Direktor des Archivs der Stadt Linz)

Ort: Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11 | 1010 Wien

Einladung



11. November 2014, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Scheinehe als unerforschte weibliche Flucht- und Überlebensstrategie in der NS-Zeit

(Vortrag von Irene Messinger)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung



17. November 2014, 19:00 Uhr

Buchpräsentation:
Going East - Going South. Österreichisches Exil in Asien und Afrika

(Mit Margit Franz, Gabriele Anderl, Christine Kanzler, Harry Turkof)

Ort: AAI-Wien
Türkenstraße 3 | 1090 Wien

Einladung



27. November 2014, 19:00 Uhr

Daphna Amit (Jerusalem):
Zweite Generation Holocaust-Überlebende, erste Generation Israelin


(öge-frauenAG in Kooperation mit Or Chadasch und dem Jewish Welcome Service)

Ort: Or Chadasch
Robertgasse 2 | 1020 Wien

Einladung



28. November 2014, 17:00 Uhr

Buchpräsentation:
Fritz Kolb: Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern

(Mit Christian Morawek, Helga Kromp-Kolb, Margit Franz, Heinz Weiss, Karl Wimmler)

Ort: Kinderfreunde-Bildungszentrum
Ballgasse 2 / Ecke Rauhensteingasse 5 | 1010 Wien



2. Dezember 2014, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Verfolgt - vertrieben - ermordet. Österreichische Ärztinnen während der NS-Zeit

(Vortrag von Christine Kanzler und Barbara Sauer)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung



9. Dezember 2014, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Flucht - Exil - Neubeginn. Erfahrungsgeschichten jüdischer Frauen aus Wien

(Vortrag von Andrea Strutz)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung



20. Jänner 2015, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

"Sag einmal, wo bist du zu Hause? Ich? Überall und nirgends." Grazer Jüdinnen im Exil

(Vortrag von Victoria Kumar)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung





Die öge trauert um Barbara Prammer


Liebe Barbara Prammer,

wir danken nochmals für Ihr beharrliches, überzeugendes Eintreten für Demokratie und ihr konsequentes Bemühen um ein angemessenes Geschichtsverständnis in Österreich. Als die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung im März des letzten Jahres zu einem dreitägigen internationalen Symposium an der Universität Wien geladen hatte, um Bilanz zum Thema "Exilforschung zu Österreich" zu ziehen, luden Sie die ReferentInnen und TeilnehmerInnen dieser Tagung zu einem Empfang ins Palais Epstein. Ihre wohlwollend wertschätzenden Worte sind uns noch in den Ohren.

Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung bedauert zutiefst, dass Sie den Kampf gegen diese schwere Erkrankung letztlich verloren haben. Der Republik Österreich geht eine große, souveräne, überzeugt demokratisch und sozial denkende Frau, die sich den historischen Herausforderungen gestellt hat, nun verloren. Viele, die Sie gut kennen, werden, beeindruckt von Ihren Leistungen, Ihre Ziele hoffentlich zwar weiter verfolgen. Aber: Ersetzbar sind Sie nicht.

So wird die Nachricht von Ihrem Tod am 2. August 2014 für immer als Trauertag in den Erinnerungen jener eingeschrieben sein, die Sie kennen lernen durften.

In Wehmut

Fritz Hausjell
für die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung






Wintersemester 2014/15


Liebe Exil-Interessierte, KollegInnen und Mitglieder der öge!

Ihre Veranstaltungen zu den Themen Exil, Verfolgung und Erinnerungskultur bitten wir Sie herzlich, weiter mit selbstgewähltem Passwort in unseren Veranstaltungskalender (links unten) einzutragen. Der Eintrag und die Aktualisierung der Ankündigungen sind für Mitglieder und GastbenutzerInnen kostenlos!

Bitten lassen Sie uns Ihre aktuelle E-Mailadresse an s.usaty@exilforschung.ac.at zukommen, an die wir Ihnen unsere Programminformationen mit unserem monatlichen Newsletter zuschicken können – vielen Dank!



öge-Publikationen (für Mitglieder mit 20 % Rabatt erhältlich)


Buchreihe Exil-Leben. Dokumente und Materialien, Bd. 1

Buchreihe Exilforschung heute, Bd. 1

Buchreihe Exilforschung heute, Bd. 2

Buchreihe Exilforschung heute, Bd. 3






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