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Veranstaltungen im Sommersemester 2015


23. April 2015, 19:00 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Denkt an uns. Lyrik des Exils

(Vortrag von Greta Elbogen)

Ort: Republikanischer Club - Neues Österreich
Rockhgasse 1 | 1010 Wien

Einladung



5. Mai 2015, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Inneres Exil von Frauen während des Nationalsozialismus in (dem vor-/nachmaligen) Österreich

(Vortrag von Helene Belndorfer)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung



19. Mai 2015, 18:30 Uhr

Im Rahmen des Arbeitskreises Das Exil von Frauen - historische Perspektive und Gegenwart (öge-frauenAG, biografiA):

Von Grosny über Georgien, die Türkei, Tschechien und die Schweiz nach Wien

(Vortrag von Heda Achmatova)

Ort: Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17 | 1090 Wien

Einladung





Unser Ehrenmitglied Carl Djerassi ist gestorben.


Die Österreichische Gesellschaft für Exilforschung hat am 8. Juni 2009 in den Räumlichkeiten von Steve Labensky (Kulturattaché der US-amerikanischen Botschaft, Wien, Rathausstraße 7) drei Vertreter des Exils aus Österreich, die nach ihrer Vertreibung durch den Nationalsozialismus ein besonderes Maß an wissenschaftlichem, wirtschaftlichem und kulturellem Engagement entwickelt haben und Hervorragendes geleistet haben und leisten, anlässlich ihres 85. Geburtstages mit der Verleihung der öge-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet: Alfred Bader, Robert W. Rosner und eben Carl Djerassi. Die Feier fand unter Mitwirkung und mit Unterstützung der US-amerikanischen Botschaft statt.

Hier ist ein knapper Abriss eines reichen Lebens: Carl Djerassi, emeritierter Professor an der Stanford University, Chemiker, Erfinder der "Pille", (Bühnen-)Autor, Kunstsammler. 1923 in Wien geboren, jüdisches Ärzte-Elternhaus. 1938 mit seiner Mutter über Bulgarien in die USA exiliert. 1945 Promotion in organischer Chemie an der Universität Wisconsin. 1949 Forschungsdirektor bei Syntex S.A., Mexico City, wo er die "Pille" erfand. Zahlreiche wissenschaftliche und literarische Publikationen, u.a. "Vier Juden auf dem Parnass - ein Gespräch" (Haymon 2008); die Uraufführung der Szenischen Lesung "Schönberg auf dem Parnass" unter der Regie von Isabella Gregor zum Buch fand 2008 in der Wiener Akademie des Exils der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung statt. Djerassi lebte zuletzt in San Francisco, London und Wien.

In der Dankesrede zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft (einsehbar unter https://phaidra.univie.ac.at/detail_object/o:297862) sagte Carl Djerassi:

"Die Frage ist, was tut man als jemand, der durch dieses Exil gegangen ist? Kann man seine Heimat wiederfinden? (...) Ich bin überzeugt, dass ich keine Heimat habe, und, ich glaube, nie eine Heimat haben werde. Wenn man die Heimat verliert, ist das ganz anders als wenn man sie aufgibt, glaube ich. Meiner Meinung nach kann man sie nicht mehr finden. Es kann eine nette Wohnung sein, ein nettes Leben, ist aber nicht mehr eine Heimat. Das ist für mich sehr wichtig. Die Frage ist, was ist die nächste Stufe. Soll man vergeben? Ich glaube, das kann man nicht. Versöhnen? Vielleicht. Vergessen? Nie.
Ich habe schon gewisse Sachen hier getan, die etwas mit Versöhnung zu tun haben. Aber ich mache noch ein weiteres Experiment: Zu sehen, wie es eigentlich sein würde teilweise hier zu leben. Ich kann mir nicht vorstellen, hier die ganze Zeit zu leben. Denn, wie gesagt: Die Heimat kann man nicht wiederfinden. ich wollte noch wissen, was Österreich - oder eigentlich: Wien - für mich gesellschaftlich und vielleicht auch noch berufstätig machen kann. Und deshalb habe ich mir eine Wohnung gemietet und nicht gekauft. Und ich pendle jetzt seit letztem Monat mehr oder weniger zwischen London, San Francisco und Wien. (...)
Jetzt möchte ich aber zur Gesellschaft für Exilforschung kommen: (...) Was da passiert ist, darf man nicht vergessen. (...) Also, das zu diskutieren, zu studieren und wirklich darüber zu sprechen ist glaube ich unglaublich wichtig, natürlich auch für die Leute, die da noch durchgegangen sind, aber ich glaube für die Zukunft des Landes. (...)
Ich hoffe, dass diese Gesellschaft auch finanziell eine seriöse Basis, nicht so eine Schnorrer-Basis, haben wird, wo man alle paar Monate Geld von hier oder da kriegen muss. Und dass man wirklich versteht, dass es eine Gesellschaft ist, die einfach weiter existieren muss, und weiter und tiefer und länger und lauter darüber sprechen muss. Und ich hoffe wirklich, dass Leute das auch seriös annehmen werden."

Wir haben einen guten Freund verloren, unsere Gedanken sind bei Carl Djerassis Angehörigen und Freunden!

Fritz Hausjell
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung






Sommersemester 2015


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Buchreihe Exil-Leben. Dokumente und Materialien, Bd. 1

Buchreihe Exilforschung heute, Bd. 1

Buchreihe Exilforschung heute, Bd. 2

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